Dekubitus (Druckgeschwür): Druck früh erkennen und richtig handeln | fabel

Dekubitus (Druckgeschwür) Druck früh erkennen und richtig handeln

Vielleicht hast du es schon erlebt: Eine gerötete Stelle am Rücken, an der Ferse oder am Steiß. Erst wirkt sie harmlos – doch sie verschwindet nicht.

Ein Dekubitus entsteht oft schleichend. Und gerade im Pflegealltag kann er schneller entstehen, als man denkt. Umso wichtiger ist es, früh zu erkennen, was dahintersteckt.

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus – auch Druckgeschwür genannt – ist eine Wunde, die durch anhaltenden Druck auf eine Hautstelle entsteht.

Wenn jemand lange liegt oder sitzt und sich wenig bewegt, wird das Gewebe an bestimmten Stellen nicht ausreichend durchblutet. Die Folge: Die Haut und das darunterliegende Gewebe können Schaden nehmen.

Besonders gefährdet sind Körperstellen, an denen Knochen nah unter der Haut liegen, zum Beispiel:

  • Fersen
  • Steißbein
  • Hüften
  • Rücken
  • Ellenbogen

Ein Dekubitus kann von einer oberflächlichen Hautrötung bis zu einer tiefen, offenen Wunde reichen.

Woran kann man einen Dekubitus erkennen?

Ein frühes Warnzeichen ist eine anhaltende Rötung, die sich nicht wegdrücken lässt. Das bedeutet: Wenn du mit dem Finger leicht auf die Stelle drückst, bleibt sie rot.

Weitere Anzeichen können sein:

  • Verhärtete oder überwärmte Haut
  • Schmerzen oder Berührungsempfindlichkeit
  • Blasenbildung
  • Offene oder nässende Stellen
  • Dunkle oder abgestorbene Bereiche

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Wichtig: Bei Menschen mit eingeschränktem Schmerzempfinden (zum Beispiel bei Diabetes oder neurologischen Erkrankungen) fehlen Schmerzen manchmal als Warnsignal.

Typische Fehler

Dekubitus entsteht nicht durch „schlechte Pflege“, sondern durch Druck. Trotzdem gibt es typische Stolpersteine:

  • Zu seltene Lageveränderung bei bettlägerigen Personen
  • Keine regelmäßige Hautkontrolle
  • Rötungen werden unterschätzt
  • Sitz- oder Liegehilfen werden nicht richtig eingesetzt
  • Feuchtigkeit (z. B. durch Inkontinenz) wird nicht ausreichend berücksichtigt

Gerade am Anfang wird ein Dekubitus oft übersehen, weil die Haut noch geschlossen ist.

Was du als Angehöriger tun kannst

Du kannst viel zur Vorbeugung und frühzeitigen Erkennung beitragen:

  • Regelmäßige Positionswechsel im Liegen und Sitzen
  • Tägliche Hautkontrolle – besonders an gefährdeten Stellen
  • Auf trockene, gepflegte Haut achten
  • Druckentlastende Hilfsmittel richtig einsetzen
  • Veränderungen dokumentieren

Wundexperte Lars Kaland weist in seiner Praxis immer wieder darauf hin: Ein Dekubitus beginnt nicht erst mit einer offenen Wunde. Die nicht wegdrückbare Rötung ist bereits ein ernstzunehmendes Warnsignal. Je früher reagiert wird, desto besser lässt sich eine Verschlechterung verhindern.

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

Ärztliche Unterstützung ist wichtig, wenn:

  • Eine Rötung länger bestehen bleibt
  • Die Haut sich öffnet oder Blasen entstehen
  • Schmerzen zunehmen
  • Die Wunde nässt, riecht oder sich entzündet
  • Unsicherheit besteht, wie weiter vorzugehen ist

Fazit

Ein Dekubitus kann belastend sein – für die betroffene Person genauso wie für dich. Aber er ist in vielen Fällen vermeidbar oder zumindest früh beeinflussbar. Aufmerksamkeit, regelmäßige Kontrolle und rechtzeitige Unterstützung machen hier einen großen Unterschied.

Im nächsten Artikel geht es um das Diabetische Fußsyndrom – eine chronische Wundform, die im Pflegealltag besonders häufig vorkommt und oft lange unbemerkt bleibt.

Über den Autor:

Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden.

Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe.

Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.

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